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Standpunkt: Für zwei getrennte Schulstandorte

Die Entscheidung über die Zukunft unserer beiden weiterführenden Schulen ist eine der wichtigsten schulpolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre. Sie betrifft nicht nur Gebäude, Flächen oder mögliche städtebauliche Entwicklungen – sie betrifft vor allem Menschen: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und die gesamte Schulgemeinschaft.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Ratsmitglieder,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Entscheidung über die Zukunft unserer beiden weiterführenden Schulen ist eine der wichtigsten schulpolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre. Sie betrifft nicht nur Gebäude, Flächen oder mögliche städtebauliche Entwicklungen – sie betrifft vor allem Menschen: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und die gesamte Schulgemeinschaft.

Für die FDP Oerlinghausen ist deshalb klar: Maßstab unserer Entscheidung muss zuerst die Frage sein, welche Lösung die besten Bedingungen für gute Schule schafft. Genau deshalb haben wir als Freie Demokraten den bisherigen Beteiligungsprozess aktiv mitgestaltet und sehr ernst genommen.

Über einen langen Zeitraum wurde diskutiert, ein Arbeitskreis eingerichtet, externe Expertise hinzugezogen, die Öffentlichkeit informiert und die betroffenen Menschen befragt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eindeutig: Eine große Mehrheit der Eltern und Schülerinnen und Schüler spricht sich für den Erhalt zweier getrennter Standorte aus. Bei der Befragung haben sich 84,4 Prozent der 1.307 Teilnehmer für diese Lösung ausgesprochen.

84,4 Prozent sind nicht einfach eine Zahl – dahinter stehen Menschen, deren Stimme in diesem Prozess Gewicht haben muss. Eltern, deren Kinder diese Schulen besuchen. Schülerinnen und Schüler, die dort täglich lernen. Lehrerinnen und Lehrer, die jeden Tag Verantwortung für Bildung und Erziehung übernehmen. Gerade diese Menschen verfügen über die praktische Erfahrung und die pädagogische Expertise, die in eine solche Entscheidung einfließen muss. Gute Schulpolitik entsteht nicht am Reißbrett. Sie entsteht dort, wo gelernt, gelehrt und gelebt wird.

Besonders wichtig ist für uns daher auch die gemeinsame Haltung der beiden Schulen selbst. Beide Schulleitungen sprechen sich für die Zwei-Standorte-Lösung aus. Auch die Kollegien beider Schulen haben sich mit deutlicher Unterstützung für dieses Modell ausgesprochen. Über 100 Unterschriften von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigen: Die Menschen, die täglich in diesen Schulen arbeiten, sehen in zwei getrennten Standorten die bessere Lösung für die Zukunft.

Die Argumente für zwei Standorte überzeugen: Unsere Schulen haben unterschiedliche Profile, unterschiedliche pädagogische Konzepte und unterschiedliche Tagesabläufe. Die räumliche Nähe zweier großer Systeme würde diese Unterschiede nicht beseitigen. Sie würde neue Herausforderungen schaffen – bei Organisation, Verkehrswegen, Außenflächen, Aufsicht und dem täglichen Miteinander.

Natürlich müssen wir als Kommune wirtschaftlich handeln. Aber Wirtschaftlichkeit darf nicht bedeuten, dass pädagogische Qualität zum nachgeordneten Faktor wird. Nicht jeder vermeintliche Synergieeffekt ist am Ende ein Vorteil, wenn dafür die Rahmenbedingungen für gute Bildung schlechter werden.

Für uns gilt deshalb klar: Bildung muss Vorrang haben. Bildung vor Bebauung.

Kritisch sehen wir allerdings den Verlauf der politischen Diskussion in den vergangenen Wochen. Nach einem langen, strukturierten Beratungsprozess wurden in der vorgelagerten Schulausschusssitzung plötzlich neue Argumente für eine gemeinsame Standortlösung vorgebracht und in den sozialen Medien tauchten Aussagen auf, viele Pädagogen wäre der Standort egal. Die Frage ist, warum diese Punkte und Pädagogen zuvor im Arbeitskreis und im Beteiligungsprozess keine entsprechende Rolle gespielt haben bzw. nicht zu Gehör gekommen sind.

Unterschiedliche politische Bewertungen und letztlich auch Abstimmungen sind selbstverständlich Teil einer Demokratie. Aber Demokratie bedeutet auch Transparenz und Fairness im Verfahren. Wer neue wesentliche Argumente erst unmittelbar vor einer Entscheidung einbringt, verhindert eine offene und gründliche Diskussion genau dieser Argumente. Das wird einem Beteiligungsprozess, an dem viele Menschen mitgewirkt haben, nicht gerecht.

Wir hätten uns gewünscht, dass alle Argumente frühzeitig auf den Tisch gelegt werden. Denn nur dann kann Politik gemeinsam abwägen und eine Entscheidung treffen, die von einem fairen Prozess getragen wird.

Die FDP Oerlinghausen steht deshalb heute zu einer Entscheidung, die sich an den Betroffenen orientiert: an unseren Schülerinnen und Schülern, an unseren Lehrkräften und an unseren Schulen.

Wir entscheiden nicht über eine Fläche. Wir entscheiden nicht über ein Bauprojekt. Wir entscheiden über die Zukunft unserer Bildungslandschaft.

Und diese Zukunft sehen wir bei zwei starken, eigenständigen Schulstandorten.

Deshalb stimmen wir für die Zwei-Standorte-Lösung.